Felljäger oder Killer-Fahrer?

April 15th, 2006

Ich schaffe ja mit meinem Fahrrad öfter Dinge, für die andere Leute ein Auto brauchen: Kleinere Warentransporte gehören dazu oder Auffahrunfälle. Seit heute Morgen um 00:20 darf ich noch - ich übertreibe ein wenig - Wildunfälle dazuzählen.

Nun ja, das kam so: Ganz nüchtern, will ich betonen, war ich auf dem Heimweg zwischen Hunzenschwil und Suhr. Auf dem Radweg dem Wald entlang. Wie üblich korrekt mit Licht und illegal Stöpseln in den Ohren: "Lady In Black", wenn ich mich recht erinnere.

Genau zwischen zwei Laternen sah die Welt im wahrsten Sinne des Wortes dunkel aus und meine Augen waren noch an das Licht gewöhnt. Meine Ohren lauschten den lieblichen Klängen von Uriah Heep, nahmen jedoch ein dumpfes Tappen wahr. Ich schaute genauer auf die Strecke vor mich - gut dreissig Stundenkilometer schnell werde ich gefahren sein - und bekam einen gewaltigen Schreck.

Seit langem habe ich nicht mehr so an meinen beiden Bremshebelchen gezogen wie in diesem Moment, als ich einige wenige Meter vor mir zwei Rehe über die Strasse rennen sah. Glücklicherweise kam ich knapp vor dem zweiten Reh zum stehen.

Mein Hinterrad hing noch in der Luft, ich atmete schon auf und war im Begriff, einen Fuss auf den sicheren Boden zu setzen, wurde jedoch von einem dumpfen Aufprall und einem Ruck an meinem Rad aus den Gedanken gerissen.

Ein sehr kurzer Blick hinunter zu meinem Vorderrad: Anscheinend war den beiden Rehen noch ein drittes gefolgt, das nun die Gabel geküsst hatte. Und das mit ordentlicher Geschwindigkeit. Glücklicherweise sah das Tier nicht verletzt aus: Es sprang erschrocken zurück und verschwand im Wald. Ich stand da und fluchte.

Unter der nächsten Laterne sah ich mir meinen Drahtesel an und stellte mit einem Aufatmen fest, dass er nicht in Mitleidenschaft gezogen war. Im Kunstlicht der Laterne sah ich die Haarbüschel, die an der Tacho-Halterung und der Bremse hängen geblieben waren, noch nicht. Die entdeckte ein Freund von mir heute Vormittag:

Rehfell-Reste an meinem Fahrrad

Den Jäger musste ich nicht verständigen. Kollege Pascal hat mir da schon per SMS einige Informationen geliefert (an dieser Stelle sei gedankt für den nächtlichen SMS-Einsatz). Er muss sich ja auskennen, wenn er ein rechter Reitnauer sein will... Jedoch fand er die Story ebenso lustig wie der Kantonspolizist, den ich heute Vormittag noch interviewt habe. Ein Fahrrad mit einem Reh zusammengestossen? Habe er noch nie gehört. Aber solange nichts passiert sein, müsse ich niemanden anrufen.

Visual C# 2005 Express Edition

Februar 22nd, 2006

Erster Eindruck: "Alles so schön bunt hier!"

Seit ein paar Tagen schlummert die Express-Edition des neuen Visual Studio auf meinem Rechner. Erstmals habe ich es heute in die Hand genommen und für eine kleinere Applikation genutzt. Ich will ja nicht behaupten, dass mein Programm schon lauffähig ist, aber ich bin ein gutes Stück weit gekommen und habe bereits einige Vorteile der neuen Version entdeckt:

  • Intelli-Sense im Watch-Fenster: Neu kann ich mir während dem Debuggen sehr schön im Watch-Fenster meinen Code vervollständigen lassen. Sehr nützlich, wenn ich von einem Objekt einen Eigenschaftswert wissen will und nicht genau weiss, wie das Property heisst. Oder auch einfach, wenn ich zu faul bin, den Namen auszuschreiben und ihn mir lieber AutoVervollständigen lasse.
  • "Windows Form Designer Generated Code" in einem separaten File: Was in Visual Studio 2003 immerhin durch eine "region" umschlossen war, ist nun ganz in eine eigene Datei ausgelagert. Schön, da der Code meistens nur störend war, da ohnehin vom Form-Designer automatisch generiert.
  • "Masked Text Boxes", beispielsweise um ein Datum bereits fertig formatiert zu bekommen und dem Benutzer die Eingabemaske entsprechend zurechtzumachen. Vergleichbar mit der Datumseingabe in Outlook. Möglicherweise gibt es das Control auch schon im alten Visual Studio, jedoch ist es mir erst jetzt aufgefallen.
  • Automatische Anpassung des Klassennamens an den Dateinamen: Ich habe ein neues Projekt erstellt und als erstes die "Form1.cs" in "FrmMain.cs" umbenannt. Prompt fragte mich der Gentleman, ob er nicht die Klasse "Form1" in "FrmMain" umbenennen solle. Konsequent durchgezogen hat er es, keine Compiler-Fehlermeldungen tauchten mehr auf, weil irgendwo noch der alte Name verwendet wurde.

Insgesamt macht das Teil einen guten Eindruck. Ich habe jetzt die ersten zwei Stunden damit gearbeitet und bin zufrieden. Die Express-Edition ist neuerdings sogar ganz kostenlos und darf anscheinend auch kommerziell verwendet werden (ohne Garantie :p).

Einziger Minuspunkt: Die Performance. Zwischendurch, insbesondere kurz nach dem Start "bis die IDE warmgelaufen ist" (also alle Komponenten in den Speicher geladen hat) und beim Starten und Anhängen des Debuggers schlief mir förmlich das Gesicht ein.

Todesstrafe?

Februar 18th, 2006

Zum Wochenende ein wenig Politik: Obwohl die Tookie-Debatte nicht mehr ganz aktuell ist, bin ich erst heute auf eine durchaus nicht uninteressante Grundsatzdiskussion über die Todesstrafe gestossen. Anhand des Story des geläuterten Mörders "Tookie" entflammt erneut eine hitzige Diskussion um ein ewiges Thema.

Argumente liefern beide Seiten: Die Gegner meinen polemisch, in einem zivilisierten Land gebe es keine Todesstrafe und die Todesstrafe sei peinlich oder argumentieren, der Staat zeige den Bürgern, Gewalt untereinander sei wirkungsvoll und ein legitimes Mittel.

Die Befürworter führen als Argument die Opfer ins Feld: Schliesslich seien auch sie nicht gefragt worden, ob sie sterben wollen und somit wäre es nichts als gerecht, auch den Mörder zu exekutieren. Mutige Stimmen sagen, ein Mörder verdiene keinerlei Mitleid, sondern nur Verachtung.

Die Vereinigten Staaten als Staat bezeichnen sich gerne als Christen. Stellen wir doch nun zur Abwechslung statt Kleiderordnung und Sexualkundeunterricht die Todesstrafenfrage auf einen christlichen Sockel: Es steht "Auge um Auge, Zahn um Zahn" (2. Mose 21, 24) gegen "Liebet eure Feinde" (Matthäus 5, 44) und "Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein" (Johannes 8, 7).

Nun, weiter wird auch gesagt, nur Gott gebe Leben, also dürfe folglich nur er es auch wieder nehmen. Tönt logisch. Die Todesstrafe hingegen löscht gezielt auf menschlichen Befehl hin Leben aus. Stellt sich der Verantwortliche auf diese Weise nicht mit Gott auf die gleiche Stufe? Darf sich ein Christ denn mit Gott auf die gleiche Stufe stellen?

Zweitens drängt sich die frage auf, welche Bibelstelle nun mehr Gewicht habe: Das Mose-Buch oder das Matthäusevangelium? Zitieren wir zur Beantwortung kommentarlos den kompletten Matthäus-Vers mit dem vorherigen sowie den Kontext des Johannesverses: "Ihr habt gehört, daß gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen.", "Meister, dies Weib ist ergriffen auf frischer Tat im Ehebruch. Mose aber hat uns im Gesetz geboten, solche zu steinigen; was sagst du? ... Als sie nun anhielten, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie."

Für mich ist die Frage eindeutig geklärt. Am nächsten Sonntag ein eindeutiges Nein zur Todesstrafe in die imaginäre Urne.

Zur Klärung: Dieser Post ist wohl unübersehbar christlich geprägt. Dies ist nicht nur mit meinem persönlichen Weltbild begründet, sondern viel mehr auch mit der amerikanischen (christlichen) Selbstpräsentation. Dort, wo sich die Vereinigten Staaten platzieren, sollen auch die Argumente ansetzen.

Just another weblog…

Januar 9th, 2006

Wir schreiben Montag, den neunten Januar und "Uhrzeit" ist noch keine Stunde her. Auch ich habe nun auch eine WordPress-Baustelle und habe vor, in der nächsten Zeit zu bloggen. Das Theme werde ich wohl noch ändern: Im Moment brauche ich lediglich eine einigermassen ästhetische Vorlage mit out-of-the-box-Unterstützung für die deutsche Sprache.

Ich blogge bewusst nicht englisch, da möglicherweise nicht nur die Geeks aus der IN04A darin lesen, sondern auch Leute ohne weitere Englischkenntnisse. Ausserdem kann ich zwischendurch, wenn ich Lust darauf habe, auch hochgestochene und klugscheisserische Sprache verwenden, ohne mich bei den Lesern mit köstlichen Sprachfehlern und Stilblüten zu blamieren.

Na, wie auch immer. Bestimmt wird es in der nächsten Zeit etwas zu lesen geben, zu welchem Thema auch immer. Ich werde mir etwas einfallen lassen. Und ich bin sicher, dass es gewisse Leute nicht lassen können, einen sprachlich oberakademischen Acht-Zylinder-Kommentar zu hinterlassen.